
Pius Portus (Entwurf einer Utopie von Schülern des Gymnasium Leoninum, Klasse 12)
Es wird einmal in sehr ferner Zeit sein, dass die Welt durch das Verschulden der Menschheit untergeht, als Folge von vielen Kriegen und Umweltverschmutzung. Doch ein paar Menschen, unter ihnen erlesene Philosophen, Männer, Frauen und Kinder, erkannten die Gefahr und starteten rechtzeitig mit ihrem Raumschiff, das sie „Arche“ nannten. So irrten sie ziellos durchs Weltall, immer noch geschockt von den Katastrophen und berieten, was man in Zukunft besser machen könnte. In der „alten Welt“ hatte man sich von Gott abgewandt, woraus Gewalt, Neid, Missgunst und schließlich Krieg resultierten. Außerdem wurde man von Diktatoren beherrscht, die alles Lebensnotwendige in ihrer Hand hielten. Diktaturen kämpften gegeneinander und gegen den inneren Verfall. Deswegen beschloss die Besatzung der „Arche“ nach etwas Höherem zu streben und ihr materielles Machtdenken abzulegen.
Es war gerade drei Uhr nachmittags, als sie sich auf ein neues, erfolgversprechendes Konzept geeinigt hatten, als ein unbekannter Planet auf ihren Scannern erschien. Kurzer Hand entschlossen sie sich, den Planeten anzusteuern, denn er schien perfekt für einen Neubeginn zu sein. Jedoch verschwand er nach wenigen Sekunden wieder. Doch sie hielten ihre Route trotzdem bei, darauf vertrauend, dass Gott ihnen in dieser heiligen Stunde mit dem Bild des Planeten den Weg weisen wollte. Schon nach kurzer Zeit durch stießen sie die Atmosphäre und vor ihnen tat sich ein wundervoller Blick auf die wunderschöne Landschaft des neuen Planten auf. Sie nannten ihn „Pius Portus“, weil sie sich nach einem sicheren Hafen und Gottes Nähe sehnten. Sofort begannen sie ihr Konzept ,das sie nach Gottes Vorstellungen und Regeln und auch aus ihrer Erfahrung mit dem Niedergang der alten Welt erstellt hatten.
2 Jahre später
Ihr damals erarbeitetes Konzept ist vollends aufgegangen und noch immer leben sie friedlich und glücklich. Nichts ist mehr von Verzweiflung und Gewalt der „alten Welt“ zu sehen. Durch die Tarnung des Planeten sind sie vor negativen Einflüssen der Außenwelt geschützt und niemand Fremdes ist bis jetzt dort eingedrungen. Die Menschen haben sich in Hausgemeinschaften, die aus mehreren Familien bestehen, aufgeteilt, in denen sie auch Arme, Kranke und Kinder integrieren. Jeder fühlt sich für jeden verantwortlich und jeder lebt nach dem Ideal der vollendeten Nächstenliebe. Jede der Hausgemeinschaften stellt einen Vorsitzenden, oftmals den mit der meisten Lebenserfahrung, sodass aus jeder Hausgemeinschaft einer bei der Staatsführung mit spricht. Wenn neue Gesetze oder Regeln festgelegt werden sollen, muss dieses erst durch eine Volksabstimmung abgesichert werden.
Jeden Sonntag findet für alle Hausgemeinschaften gemeinsam ein Gottesdienst statt. An den Sonntagen, an denen wirklich alle Bewohner des Planeten zusammenkommen, arbeitet keiner, der Tag gehört voll und ganz den Familien. Das Leben verläuft nach christlichen Vorstellungen und alle kommen dankend zusammen, weil sie wissen, dass Gott sie aus der „alten Welt“ errettet hat und ihnen eine neue Chance gab.
Dem Priester fällt somit eine wichtige Aufgabe zu, da er dafür sorgen muss, dass diese Werte nicht vergessen werden. Er ist für alle verantwortlich und gehört so auch keiner Hausgemeinschaft an, um sich voll und ganz auf seine Aufgabe konzentrieren zu können.
Die Zufriedenheit der Bürger beruht auch darauf, dass alle einer Arbeit nachgehen können. Dabei ist jede Hausgemeinschaft jede Woche für ein anderes Berufsgebiet verantwortlich, sodass die Arbeit nie eintönig wird und keiner benachteiligt ist. Weitere Vorteile dieser Arbeitsteilung sind auch, dass die Kinder von Anfang an eine weitreichende Bildung bzw. Ausbildung erlangen und so ihre geistigen Fähigkeiten schon von Geburt an vollkommen ausgeschöpft werden.
Die produzierten Güter werden auf alle Hausgemeinschaften gerecht aufgeteilt. Für diese Verteilung und Verwaltung ist ebenfalls jede Woche eine andere Hausgemeinschaft zuständig. Obwohl alle gleich gestellt sind, ist trotzdem Individualität vorhanden, die sich besonders in der Gestaltung der Freizeit ausprägt. Jeder hat nach seiner Arbeit, die sich auf eine Zeit von ca. 6-7 Stunden beläuft, Zeit, den Dingen nachzugehen, die er für wichtig hält und die ihm Spaß machen. In dieser Zeit kann auch Wissenschaften nachgegangen werden, sodass technischer Fortschritt allein auf freiwilliger Begeisterung basierend gesichert ist. Besonderen Wert legen die Bewohner des „Pius Portus“ auf den Schutz der Umwelt, denn sie habe auch diesbezüglich aus der „alten Welt“ gelernt.
Wird es wirklich jemals eine derartige Utopie geben? Denn es ist sehr fraglich, ob die Menschen es jemals schaffen werden, die Nächstenliebe als höchstes Gut der Gesellschaft anzusehen. Ein derartiger Verzicht auf Gewalt und Missgunst würde uns in einen Zustand bringen, in dem wir jedes Problem lösen könnten und auch diese Welt zu einem besseren Ort, einem „Pius Portus“, wandeln.



