Wie versprochen soll der typische Tagesablauf im Herz-Jesu-Kloster Freiburg vorgestellt werden, wie er von Montag bis Freitag gilt. Dies ist zunächst einmal das "Grundgerüst", an dem jeder Mitbruder teilnehmen sollte:
7.00 Uhr Eucharistiefeier
7.30 Uhr Frühstück
12.20 Uhr Mittagsgebet
12.30 Uhr Mittagessen, anschließend Kaffee
18.30 Uhr Eucharistische Anbetung (mit Stundengebet oder Rosenkranz)
19.00 Uhr Abendessen
Die Stunden innerhalb dieses Gerüstes stehen zur Verfügung: zum Arbeiten, zum Studieren, zum Unterrichten, für die Seelsorge usw. Jeder geht seiner individuellen Tätigkeit nach. Die Novizen haben täglich eine Stunde Unterricht beim Novizenmeister, die Studenten besuchen Vorlesungen und Seminare an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Manche Priester arbeiten außerhalb des Hauses in Pfarreien oder Krankenhäusern, andere Mitbrüder sind hauptsächlich im Kloster tätig (z.B. Beichte). Es bleibt für jeden aber auch genug Zeit für Stille, Meditation, Fortbildung und Freizeit.
Am Abend trifft man sich gerne noch einmal zum zwanglosen Austausch im Erholungszimmer oder vor dem Fernseher.
Das Wochenende und der Sonntag sind ähnlich strukturiert, jedoch prägt den Sonntag der pastorale Dienst (Gottesdienste). Andererseits ist mehr Freizeit vorhanden.
Mit diesem Zeitgerüst, im Wechsel von Gemeinschaft, Gebet und Arbeit, läßt es sich gut leben, wie ich meine.
P. Dr. Guido Telscher SCJ stellt seine Gemeinschaft und sein Leben im Herz-Jesu-Kloster vor.
Freitag, Oktober 28, 2005
Rund um die Uhr
Montag, Oktober 10, 2005
Kein sinkendes Schiff
Sicher haben Sie davon gehört, dass es den Ordensgemeinschaften in Deutschland personell schlechter geht als noch vor 30-40 Jahren. Dies gilt auch für die Dehonianer: Unsere Provinz könnte noch ein paar weitere junge Mitbrüder zwischen 20 und 50 Jahren vertragen. Der Altersdurchscnitt der deutschen Provinz liegt derzeit bei ca. 60 Jahren. Damit geht es uns besser als manch größerer Gemeinschaft in Deutschland, wo dieser Schnitt deutlich höher liegt.
Die Folgen des Mangels an Mitbrüdern bzw. Schwestern sind bei den meisten Gemeinschaften zu spüren und haben fatale Folgen. Niederlassungen müssen nur deshalb geschlossen werden, weil das Personal fehlt. Auch die deutsche Provinz musste in den letzten 10 Jahren die Häuser in Osnabrück (Pfarrei Herz-Jesu), Krefeld (Pfarreien St. Norbertus und Michael) sowie Stegen (Gymnasium St. Sebastian) aufgeben, was sehr schmerzhaft für alle Beteiligten war. Jedoch konnten so die übrigen Häuser erhalten werden. 
Dennoch sehe ich durchaus optimistisch in die Zukunft:
- Es treten wieder mehr junge Menschen in unsere Gemeinschaft ein und lassen sich ausbilden. Markus Mönch und Mario Kaufmann werden in den nächsten Jahren zu Diakonen und Priestern geweiht werden. Florian Kurek hat seine ersten Gelübde abgelegt, Christoph Kübler und Jochen Braunschädel sind als Novizen in Ausbildung. Alle sind auf dem Gruppenbild zu sehen.
- Junge Patres und Studenten aus Brasilien unterstützen uns durch ihren Glauben und ihre wertvolle Mitarbeit in fast allen Häusern. Drei Studenten sind oben auf dem Foto zu sehen: Cleber Sanchez, Marcio Auth und Ademir Wickert.
- Wir haben in Oberhausen seit August 2005 eine neue Niederlassung. Drei Mitbrüder arbeiten dort: P. Stefan Tertünte ist in der Cityseelsorge in einem großen Einkaufszentrum tätig. Dort können Einkaufende bei einer Tasse Kaffee mit kirchlichen Mitarbeitern beider Konfessionen in Kontakt treten. P. Ernst-Otto Sloot unterricht an der Berufsschule Religion und ist in der Jugendarbeit aktiv; P. Gerd Valerius bietet Kurse in Eutonie, Exerzitien und geistliche Begleitung an. Das Projekt "Neugründung" ist positiv angelaufen und zeigt neue Wege in einer fast völlig säkularen Umgebung wie der einer postmodernen Großstadt auf.
Ordensleben ist kein Auslaufmodell, kein sinkendes Schiff. Auch wenn sich manche Umstände und Bedingungen geändert haben, das Leben geht weiter.
