P. Dr. Guido Telscher SCJ stellt seine Gemeinschaft und sein Leben im Herz-Jesu-Kloster vor.

Sonntag, September 02, 2007

Gelübde: Ge-hor-sam


Was macht das Ordensleben in der katholischen Kirche eigentlich aus? Es sind die drei Gelübde, nach denen Ordensleute ihr Leben in Gemeinschaft ausrichten:
Armut
Ehelosigkeit
Gehorsam
Was bedeutet es nun, als Ordenschrist "gehorsam" zu sein? Wir Herz-Jesu-Priester wollen in aller Öffentlichkeit für das Evangelium Jesu Christi verfügbar sein. Wir stellen uns in den Dienst der Sache Jesu und der Kirche: Es geht um das Reich Gottes. Letztlich gehören wir Gott, sind Teil seiner Schöpfung. Sein Wort ist in der Bibel lebendig. Auf Gott hören wir als Gemeinschaft von gläubigen Männern. Das sollte keine Last, sondern eine Lust sein.
Als Pater verstehe mich nicht als reinen Befehlsempfänger meiner Oberen. Ich darf nicht mit Denken und Wollen aufhören und dies meinen Mitbrüdern überlassen, nach dem Motto: Die sollen nun für mich sorgen und entscheiden. Nein, Ordensleben geht nur gemeinsam im Dialog: der Einzelne - die Gemeinschaft - Gott. Im Nachdenken und Beten wollen wir gemeinsam unsere Berufung erkennen und leben. Gott führt uns als seine Kinder zum Heil. Kreuz und Tod bleiben uns -wie seinem Sohn- freilich nicht erspart (vgl. Hebr 5,8f.), doch werden sie nicht das Letzte sein. Darauf vertrauen wir.